Presse

Pressemitteilung

November 2018

UKE und BZgA starten bundesweite Studie zur Gesundheit und Sexualität

Befragung von 5.000 Frauen und Männern im Alter von 18 bis 75 Jahren

Forscherinnen und Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) starten gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut EMNID und gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Befragung zur „Gesundheit und Sexualität in Deutschland – GeSiD“. Die GeSiD-Studie soll umfassende Basisdaten zu Beziehungen, Erfahrungen und sexuellen Einstellungen erheben und so eine Einschätzung der sexuellen Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland ermöglichen. 5.000 Frauen und Männer im Alter von 18 bis 75 Jahren werden dazu in den kommenden Monaten befragt. Geleitet wird die Studie von Prof. Dr. Peer Briken und Prof. Dr. Arne Dekker vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des UKE. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) fördert das dreijährige Forschungsprojekt.

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Forschung

In Deutschland gibt es bisher keine umfassenden repräsentativen Daten zum sexuellen Verhalten der Bevölkerung. In Vorbereitung auf die GeSiD Studie wurde vom Institut für Sexualforschung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) im Jahr 2017 die Pilotstudie Liebesleben durchgeführt. Weitere Informationen erhalten Sie hier

Interview

04.11.2018 Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, von Julia Schaaf

Sex muss nicht spektakulär sein, um gut zu sein

Das Liebesleben der Deutschen wird erstmals umfassend erforscht. Ein Gespräch mit Studienleiter Peer Briken über die Lust am sexuellen Experimentieren, Orgasmusprobleme und Leistungsdruck im Bett.

Herr Professor Briken, was machen die Deutschen am liebsten im Bett?
Schlafen.
Ich hätte ein paar andere Befunde: 38 Prozent aller Deutschen faken den Orgasmus. Jede vierte Frau steht im Bett unter Leistungsdruck. Nur jeder Zweite redet mit dem Partner offen über seine sexuellen Wünsche.
Wo sind diese Daten her?
Partnerbörsen und Datingportale werfen ständig solche Umfrageergebnisse auf den Markt.
Aber meistens wird nicht angegeben, in welcher Art und Weise die Daten erhoben worden sind. 38 Prozent – von was? Was ist die Grundgesamtheit, auf die sich diese Prozentzahl bezieht? Eine beliebige Gruppe von Internetnutzern? Leute in der Fußgängerzone? Solche Angaben sind unter Umständen ein Hinweis auf etwas – auf keinen Fall mehr.
Und gegen solches Pseudowissen treten Sie jetzt an?
Ja, deshalb ist unsere Studie „Gesundheit und Sexualität“ so wichtig. Was wir für Deutschland im Gegensatz zu fast allen europäischen Ländern und Nordamerika nicht haben, sind repräsentative Daten zum sexuellen Verhalten, zu sexuellen Einstellungen und Praktiken über die ganze Bevölkerungsbreite hinweg. Unterstützt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, werden wir zusammen mit dem Sozialforschungsinstitut Emnid 5 000 Leute befragen, die per Zufallsstichprobe ausgewählt werden: 2 500 Männer und 2 500 Frauen quer durch alle Altersgruppen, in städtischen Regionen wie auf dem Land. Dafür sind 200 Interviewer geschult worden, Frauen werden von Frauen, Männer von Männern befragt. Jetzt geht die Studie ins Feld. Mitte nächsten Jahres ist mit Ergebnissen zu rechnen.

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